
F.F.P.U.S
Die Familie in sich
wandelnden Zeiten
Heiner Handschin
Familienföderation für Frieden und
Einheit (Schweiz)
Vorwort
Familienbeziehungen
prägen sehr stark unser ganzes Leben. Was wir im Kreise unserer direkten
Angehörigen erleben, das heisst unserer Familie, mit Vater und Mutter, Brüder
und Schwestern, Grosseltern und Enkel, bestimmt weitgehend unsere
Beziehungsfähigkeit in der Gesellschaft. Erfüllende zwischenmenschliche
Beziehungen sind das Erfolgsgeheimnis in vielen Bereichen, wie Beruf und
öffentliches Leben, aber auch Freizeit, Leasure und Hobby. Erfüllende
zwischenmenschliche Beziehungen bestimmen kurzum unseren Gemütszustand
überhaupt. Ein ausgeglichenes Gemüt ist die beste Vorraussetzung für Kreativität
und Produktivität. Demgegenüber ist ein Mensch der überall mit Anderen in
Disharmonie und Konflikt lebt, unanziehend und in vielem sehr wenig effekiv.
Der
Familienzerfall, der in der heutigen Zeit dramatische Dimensionen angenommen
hat, verkompliziert die ohnehin schwierigen zwischenmenschlichen Verhältnisse.
Jeder dritte leidet an Problemen mit seiner eigenen Familie. Der
Familienzerfall und die damit verbundene Beziehungsarmut und Vereinsamung des
Individuums, haben eine Entfremdung des Menschen von sich selbst mit sich
gebracht. Wir sind unbewusst geworden, um unsere «herzensmässigen Fähigkeiten»
und verschliessen uns vor dem Reichtum erfüllender zwischenmenschlicher
Beziehungen.
Die vorliegende
Studie möchte nicht vorgeben, die einzig richtigen Antworten für die zentralen
Fragen in diesem Zusammenhang geben zu können. Sie sollte die Familie, ihre
Struktur und Form, ihre Bedeutung und Rolle in unserer Gesellschaft und Welt
näher beleuchten. Daneben sollten aber auch Hauptpunkte und Gründe für die heutige
Familienkrise erläutert werden. Dass darüber die Meinungen auseinander gehen
können ist selbverständlich. Fest steht jedoch, dass die Familie ein sozialer
Mikrokosmos ist, der die Stärken und Schwächen der weiteren Sozialstruktur
unserer menschlichen Gesellschaft zum einen schafft und zum andern auch
reflektiert. Wer eine Verbesserung der gesellschaftlichen Strukturen anstrebt,
muss deshalb auf die Familie als Schlüsselelement zurückkommen. Die Studie
gliedert sich in 2 Teile:
Teil 1: Die Krise der Familie in der heutigen Zeit
Teil 2: Die Bedeutung, Rolle, Funktion und Formen
der Familie
Heiner
Handschin, FFES/FFPUS
Genf, im
Oktober 2000
Die Krise der
Familie in der modernen Gesellschaft
1. Ehe und Familie in sich ändernden Zeiten
1.1 Die Ehe - ein Gesinnungswandel in den letzten
50 Jahren
1.2 Der Familienzerfall - eine traurige Realität
1.3 Ehescheidungen
hinterlassen tiefe Wunden
2. Die Gründe für den ansteigenden Familienzerfall
in den letzten fünfzig Jahren.
2.1 Die Ich-Kultur ‑ Das Problem der modernen
Gesellschaft
2.2 Die Familie hat die Modernität nicht überlebt.
2.3 Kein Verständnis um «selbstverständliche
Wahrheiten»
2.4 Die traditionelle Religion ist gegenüber der
rasanten Eskalation des sittlichen Zerfalls ratlos
2.5 Respektvolle Mann-Frau Beziehungen sind
untergraben
2.6 Die traditionelle Gesellschaft belohnte
Familien – die moderne Gesellschaft entmutigt sie
2.7 Die Krise der Familie und Gesellschaft ‑ Die
Wissenschaft kennt keine Lösung.
2.8 Versuche
von Regierungen haben fehlgeschlagen
3. Die Folgen des Familienzerfalles
3.1 Zivilisationen gehen unter aufgrund des
Familienzerfalls
3.2 Die Skepsis der Jugend gegenüber der Ehe und
Familie
3.3 Die selbstzerstörerischen Tendenzen der heutigen
Jugend
3.5 Zerfallende Familien – Ein Ausgangspunkt für
zunehmende Kriminalität und Verbrechen
Die soziale
Bedeutung der Familie
4. Die Bedeutung der Familie als «menschliches
Ökosystem»
4.1 Verschiedene Familienstrukturen im Wandel der Zeit
4.1.1 Die
Kernfamilie (Kleinfamilie)
4.1.2 Die
Erweiterte Familie (Grossfamilie)
4.1.3 Übersicht:
Familienformen*
5. Grundsätzliche
Funktionen der Familie
5.1 Die Familie – Schule des Herzens und der Fähigkeit
zu lieben
5.2 Die vier Bereiche des Herzens und der Liebe in der
Familie
5.2.1 Das fundamentale Prinzip des «Gebens und
Nehmens»
5.2.2 Die vier Herzensbeziehungen in der Familie
5.2.3 Die Eltern – Kind Beziehung, und die Kind – Eltern Beziehung
5.2.4 Die geschwisterliche Beziehung
5.2.5 Herzensbeziehung in Partnerschaft und Ehe
5.3 Die Familie ist die erste Schule von Ethik, Moral
und des Friedens
5.4 Die partnerschaftliche Familie - der Grundbaustein
für eine demokratische Gesellschaft und Welt
5.4.1 Vergleich der dominanten und partnerschaftlichen Familien
5.5 Das universelle Modell der Ehe und Familie
5.5.4 Gute Familien pflegen «sexuelle Verantwortung»
Der heutige
Familienzerfall ist eine Herausforderung für alle. Aus Ignoranz um den
zentralen Wert und die Bedeutung und Rolle der Familie lassen wir in unserer
permissiven Gesellschaft immer mehr Schranken fallen. Der Ruf nach «Befreiung
von allen altherkömmlichen Werten» lässt uns oft auch allgemeingültige
Prinzipien über Bord werfen. Diese «Befreiungsmanie» macht auch vor fundamentalsten
Werten nicht halt. Die Früchte der «Laisser faire» - Politik in unserer
Gesellschaft, lassen sich in der nur schwer beizukommenden Jugend erkennen, die
sich völlig haltlos von einem zerstörerischen Treiben ins andere drängen lässt.
Jugendkriminalität, Drogenkonsum, verfrühte sexuelle Aktivität mit ungewollten
Teenage-Schwangerschaften, sind einige Beispiele solcher Abgründe, die sich vor
immer mehr Jugendlichen aufzutun scheinen. Diese Tendenzen gehen einher mit der
zunehmenden Verwahrlosung der Jugend, die auf wenig Schutz von seiten ihrer
Familien und Angehörigen rechnen kann.
Im Kern dieser Zerfallserscheinungen ist die
Auseinandersetzung um das fundamentalste Rechts des Menschen, nämlich das Recht
auf eine gesunde Familie.
Doch eben gerade
dieses fundamentale Recht wird vielen jungen Menschen heute aberkannt. Fragen
wir Kinder was eine Familie sei, so bekommen wir eine sehr unkomplizierte
Antwort: «Familie ist Papa, Mamma, mein Bruder, meine Schwester und ich. Aber
es ist auch Opa und Oma, Onkel, Tante, kurzum alle die mich lieb haben». Fragen
wir jedoch Soziologen und Familienberater, so werden wir mit sehr verwirrenden
und unklaren Begriffen konfrontiert. Viele Menschen sind nicht mehr zufrieden
mit gesellschaftlichen Konventionen. Wie sie sagen, trifft dies auch für die
Familie zu! Die Familie, eine Konvention unserer Gesellschaft oder eine uns
gegebene, natürliche Institution?
|
1950: Bis dass der Tod
uns scheidet Ein gemeinsames
Bankkonto Eine Karriere Broterwerb und
Nestbau Kinder sind
erwünscht Scheidung ist
beschämend Mann ist Ehemann,
Frau ist Ehefrau |
2000: 50 Wege, den
Geliebten zu verlassen (Song von Paul
Simon) (+1) (51, wenn Sie
einen guten Anwalt haben) 2 Bankkonten, 2
Bankomatkarten und 10 Kreditkarten. Zwei Karrieren,
drei Vereine und getrennte Ferien Kinderhort und
auswärts essen. Kinder sind eine
Alternative Scheidung ist
angebracht … was auch immer. |
Der Vergleich der Einstellung zu Ehe und Familie zwischen den
Fünfzigerjahren und heute zeigen einen deutlichen Gesinnungswandel auf. Die
«sexuelle» Revolution der Sechziger-Jahre brachte namentlich in der westlichen
Hemisphäre neue, der Familie sehr abdienliche Lebensverhalten und Einstellungen
mit sich.
Statistiken über Ehescheidungen in der Schweiz im Jahr 1999 ergaben eine
Scheidungsrate von leicht über 50%*! Dabei ist zu beachten, dass die Tendenz
eher Richtung weniger Eheschliessungen wies, während die Scheidungen prozentual
zugenommen haben. Eine solche Ziffer von 50% ist ein alarmierendes Indiz für
das Ausmass der Zerfalls unserer heutigen Gesellschaft.
*Erläuterung- Die jährlichen Scheidungsraten
beinhalten nur zum geringen Teil Scheidungen von Ehen die im gleichen Jahr
geschlossen wurden. Es werden hier die Anzahl Eheschliessungen mit der Anzahl
Ehescheidungen verglichen.Damit wird verständlich, dass Zahlen über
Ehescheidungen in den meisten Fällen nicht nur Scheidungen von Ehepaaren ohne Kinder betreffen,
sondern vielmehr die Anzahl zerfallender Familien
mit Kindern beinhalten.
Nach einer amerikanischen Untersuchung befinden sich viele Ehepartner 12 bis 18 Monate nach der Scheidung immer noch in einer Krise und die entstandenen
Wunden scheinen sehr schwierig zu heilen. Eine Umfrage bei «Scheidungskindern»
ergab eine viel dramatischere Dimension dieser schwer verheilenden Wunden:
n
Nach
5 Jahren klagten 37% aller befragten Scheidungskinder über einen generell
schlechteren Gemütszustand als vor der Scheidung.
n
Nach
10 Jahren empfanden 41% aller befragten Scheidungskinder „wenig Selbstachtung,
sowie ein mangelndes Selbstvertrauen. In vielen Fällen entwickelten sie sich zu
unzufriedenen und verbitterten jungen Männern und Frauen.“
n
Im
Alter von 19 - 23 Jahren fanden 66% aller weiblichen Scheidungskinder, dass sie
eine latente Unruhe in sich spürten. Die tiefe Verwundung, die sie durch die
Scheidung ihrer Eltern in ihrer Jugend erfahren hatten, schien noch stark
gegenwärtig, und die wichtigste Ursache für anhaltende Probleme und
gesundheitliche Störungen zu sein.“
(Judith S. Wallerstein, «Kinder nach der Scheidung:
Wunden, die nicht heilen.» in
«Perspectives on Marriage»)
Beispiele für anhaltende Probleme und gesundheitliche Störungen von
Scheidungskindern:
Grössere Krankheitsanfälligkeit generell, vermehrte Tendenzen zu Asthma,
Kopfschmerzen, Sprachfehler, Stottern, Verhaltensprobleme usw. Zudem wurde bei
Scheidungskindern ein erhöhter Bedarf für professionelle Hilfe bei emotionalen
Problemen und Verhaltensproblemen festgestellt.
«Wir alle irrten umher wie die Schafe, jeder
ging seine eigenen Wege» (Jesaja 53:6)
Die heutige westliche Welt feiert die Bedürfnisse des Individuums in jedem
Bereich als höchste Krönung westlicher Kultur. Dabei ist dieser Individualismus
sehr einseitig, weil individuelle Rechte vorgehen und Pflichten, in den
Hintergrund geraten oder gar vergessen werden. Der heutige Individualismus
bedeutet nicht Verantwortung des Selbst, sondern:
§
persönliche
Verwirklichung und Erfüllung vor jedem anderen Wert
§
keine
ausserordentlichen Verpflichtungen
§
Betonung
der Privatsphäre und der persönlichen Rechte
§
die
Oberherrschaft des autonomen „Ich“
§
nur vertragliche
Beziehungen
«Wir haben unsere menschlichen Beziehungen aus freien Stücken an
vertragliche Regelungen gebunden. Eine grosse Errungenschaft der feministischen
Bewegung ist das Einführen des vertraglichen Denkens im Zentrum des privaten
Lebens zwischen Liebenden, Ehepartnern, Eltern und Kinder.» (Peter
Berger, „Erste Dinge“ April 1996).
n
«Vertragliche»
Abkommen werden zu bestimmenden Faktoren in der Ehe.
Ich gebe Dir, wenn Du dies
und das für mich tust. Ich liebe Dich, wenn Du mir diesen und jenen
Liebesdienst erweist. Ich teile mit Dir, wenn Du mir Dein Vermögen gibst!
n
«Vertragliche»
Abkommen werden zu bestimmenden Faktoren zwischen Eltern und Kindern.
Ich gehorche Dir wenn Du mir
dies und das kaufst. Ich liebe Dich, wenn Du meine Erwartungen erfüllst!
n
«Vertragliche»
Abkommen bestimmen die Beziehungen im zwischenmenschlichen Bereich.
Ich lade Dich zum teuren
Nachtessen ein, wenn Du mit mir dann zur Party kommst!
Die Ehe wird in steigendem Masse als einfacher gegenseitiger Vertrag
betrachtet. Er kann eingegangen, erhalten und aufgelöst werden, wie und wann es
den Beteiligten als richtig erscheint.
Das heisst: Die Ehe hat keinen weitergehenden Zweck, keine weitergreifende
Bedeutung, ausser der Befriedigung der Interessen der beteiligten Individuen.
Dabei kommt die gemeinsame Umsorgung von Kindern durch Eltern erst an
zweiter Stelle. Das ist die Bedeutung von Individualismus in der heutigen,
erkrankten Form.
Die Familie hat die Verwirrung der Modernität nicht überlebt. Um es allen
individuellen Forderungen recht zu machen werden staatliche Institutionen und
zuständige Behörden und Ämter immer unklarer, verwirrter und zu Kompromissen
bereit. Die Ethik in Bezug auf Ehe und Familie, die früher durch kirchliche
Institutionen streng hoch gehalten wurde, ist heute beinahe völlig über Bord
geworfen worden. Zwar werden vielerorts spezielle Aemter für Familienbelange
und -beratung, geschaffen, jedoch scheinen bei diesen Aemtern kurioserweise
Ethik und Familienwerte ein Tabu zu sein.
Als Beispiel kann die Aussage deutschen Bundesfamilienministerin Christine
Bergmann (SPD) dienen. Sie formulierte den Begriff «Familie» folgendermassen:
«Familie ist überall dort, wo es Kinder gibt – diese Formulierung hat ja
auch die CDU – Vorsitzende Angela Merkel von uns übernommen. Familie ist dort,
wo Erwachsene mit Kindern zusammenleben. Das kann in ganz unterschiedlichen
Formen geschehen, also die traditonelle Familie mit Trauschein, die ohne
Trauschein, Alleinerziehende, Pflegefamilien und noch einige andere. Die Form
der Familie hat sich erweitert, aber alle Formen sind für uns gleichwertig.
Wichtig ist in diesen Lebensgemeinschaften, ob sich die Kinder geborgen fühlen,
ob sie lernen in einer Gemeinschaft zu leben, ob sie ein Selbstwertgefühl
bekommen.»
(Die
Welt, vom 1. 9. 2000)
Definiert ist die Familie somit als eine Lebengemeinschaft von Kindern mit
mindestens einem oder auch mehreren Erwachsenen. Welche Formen die «Familie»
auch hat, alle Formen sind für die Bundesministerin gleichwertig.
(Bemerkung: Keine Rede von Ehepartnern, Ehemann, Ehefrau, Vater,
Mutter, Verwandschaftsbeziehung zwischen Eltern und Kindern, keine Besonderheit
der Eltern – Kind- Beziehung. Aufgrund eines dermassen verwässerten
Verständnisses von Familie, kann die Forderung von Frau Bergmann, dass Familien
–nach ihrer Definition- Kindern Geborgenheit und Selbstwertgefühl geben sollen,
nur als eine unrealistische Wunschvorstellung gesehen werden.)
Ganz klar wird, dass die «natürliche Familie», mit ihrem Zentrum der
ehelichen Liebe zwischen Ehemann und Ehefrau, in ihrer wesentlichen Bedeutung
als Zelle und Stabilisierungsfaktor unserer Gesellschaft, nicht mehr verstanden
wird. Ebensowenig wird die Familie in ihrer Funktion als Schule echter Liebe
und Lernstube zwischenmenschlicher Beziehungen, gesehen.
Als Resultat des sich Lossagens von jeglichen Werten in Ehe und Familie
konnte man durch Umfragen bei Eheleuten in der Schweiz folgendes beobachten:
«Die neuerlichen Forderungen nach «Freiheit» und Akzeptanz strukturloser
Lebensgemeinschaften haben einen unerwarteten Tribut gefordert. Die Beziehungen
zwischen Männern und Frauen in «losen» Partnerschaften werden schwieriger und
weniger erfüllend. Zudem erfahren viele Frauen eine latente wirtschaftliche
Unsicherheit. Viele Männer sind von ihren Partnerinnen und Kindern zunehmend
isoliert und entfremdet…. Die Vereinsamung des Individuums hat in den letzten
Jahren um ein Vieles zugenommen.» (TA
22. 11.92)
Das Lennon-McCartney-Lied „Eleanor Rigby“, veranschaulicht diese
Vereinsamung des Menschen, am Beispiel der unverheirateten Frau, Eleanor Rigby,
die einsam und verlassen starb und begraben wurde. Niemand kam für ihr
Begräbnis… , niemand trauerte um sie. Der Refrain fragt:
„Alle die einsamen Menschen/Woher kommen sie alle?
Alle die einsamen Menschen/Wo gehören sie alle hin?
Wir haben kein Verständnis mehr über selbstverständliche Wahrheiten. Dazu
gehört auch der Bereich der «Ethik und Wahrheit» in Ehe und Familie. Die neuen
«Helden oder Idole» der Moderne sind zwar oft genial, kreativ oder enorm
effektive Macher, in Bezug auf Charakter-Reife, Herzensreife oder
Menschlichkeit scheinen sie jedoch wenig beeindruckend. So lassen denn vermehrt
Skandale und schmutzige Affären im Bereich von Ehe und Familie, diese
«Vorbilder» wenig vorbildlich erscheinen.
In einer Ausgabe von USA Today (Juni 1996) wurde über den christlichen
Rockstar Michael English berichtet (1994 mit 6 «Dove»- Awards ausgezeichnet).
Er hatte eine Affäre mit einer anderen christlichen Sängerin, Marabeth Jordan,
die von ihm ein Kind erwartete. Beide, English und Jordan, waren zu dieser Zeit
mit anderen Partnern verheiratet. Heute sind sie geschieden. Sie hatten ein
Kind zusammen, jedoch heirateten nicht. Der Kommentar von Jordan zu USA Today:
«Die Religion gab mir zwar Schuldgefühle, aber ich glaube trotzdem noch an Gott
und sein Wort».
Selbst Menschen mit religiösen und moralischen Grundsätzen geben den
gegenwärtigen Tendenzen des Wertezerfalls nach und sind verwirrt im Bezug auf
allgemeingültige Werte:
Umfragen von 1996 ergaben, dass 80% aller Schweizer sich zwar einer Glaubensrichtung
zuordnen, aber 65% davon an keine «absoluten, verbindlichen Werte» glauben.
(Bericht von „Blick“ im Juni 1996.)
n
Wahrheit
ist subjektiv und nicht verbindlich und hängt vom Betrachter ab: «Du hast Deine
Wahrheit, ich habe meine!»
n
Religion
wird dem Bereich «Meinungen» im Gegensatz zum Bereich des «Wissens» zugeteilt.
n
Keine
absoluten Standards, nichts ist konstant, nichts ist verlässlich. Es ist das
Zeitalter des Wertezerfalls, der Unentschlossenheit. Es spielt wirklich keine
Rolle, was ich denke - es spielt keine Rolle, was ich tue - das Leben an sich
ist sinnlos!
n
Der
heutige Mensch krankt im Herzen. Die Medien haben uns alle mit «Informationen
ohne Wissen» (Wertverständnis), «Meinungen ohne Prinzipien» (Ethik, Moral),
«Instinkte ohne Glauben» gelassen.
Die traditionellen Religionen vermochten den Menschen im Mittelalter durch
religiöse Dogmen und Leitsätze zwar zu führen, hinterliessen jedoch oft Schuldgefühle
und eine falsche «äusserliche» Moral. Das Verständnis von Gut und Böse wurde
oft missinterpretiert und konnte sich durch die Entwicklung von Wissenschaft
und Technik schon seit den Anfängen der Aufklärung nicht mehr halten. Die
«sexuelle Revolution» in den 60 iger Jahren des letzten Jahrhunderts wischte
dann die noch verbliebenen christlichen Grundideen von Ethik und Moral in der
westlichen Welt völlig weg.
Auch dogmatische Postulate der Kirchenführer der katholischen Kirche, was
z.B. Ehescheidungen und Ehebruch, Schutz des Ungeborenen usw. betrifft, werden
von Gläubigen weniger und weniger ernst genommen. Was zu fehlen scheint, sind
erfassbare und verständliche Gründe, weshalb eine «lose» und «moralisch ethisch
unverantwortliche Lebensführung» schlichtweg selbstzerstörerisch ist.
Traditionelle Religionen beharren jedoch zu oft noch auf dogmatischen
Standpunkten in Bezug auf Gut und Schlecht, ohne verständliche Erklärungen
abzugeben: «Die Sünde bringt Dich in die Hölle!»
Im Zuge der materiellen Entwicklung wird der Mensch mehr und mehr zu einer
Produktivkraft, (Arbeitnehmer), zu einem Konsumenten (Verbraucher) und
schliesslich zum Konsumgut selbst. Man spricht von der Ware «Mensch».
Auch in der Beziehung zwischen den Geschlechtern wurde diese Entwicklung in
letzter Zeit sichtbar. Der tiefe Respekt zwischen Mann und Frau, als
menschliche Wesen, als Partner einer dauernden Liebesbeziehung, sind
wesentliche Vorraussetzungen für eine gute Ehe und Familie.
Die heutige Entwicklung zeigt jedoch ein Abgleiten in materialistische
Bewertungen des anderen Menschen. Menschliche Würde und Respekt finden dabei
wenig Platz. Was bleibt sind zügelloser Individualismus und körperliche
Wünsche. Der Wert einer Person wird im Extremfall sogar in Geld gemessen.
Die Jugend hat im Bezug auf die Beziehung zum andern Geschlecht nur wenig
oder gar keine Führung. Begreiflicherweise sagt sie: «Ich tue, was mir
beliebt.»
Unsere verwirrten Institutionen möchten der Jugend dazu verhelfen, sich
selbst auf den grössten Abwegen wiederzufinden. Man fürchtet das
altherkömmliche, traditionelle (oder was so ausschaut) und spornt die Jugend an
«ihre eigenen Erfahrungen» zu machen.
n
Während
der Sechziger-Jahre sagte man: «Wenn es sich gut anfühlt, tue es.»
n
In
den Neunziger Jahren heisst es: «Versuche es und finde heraus, wie es sich
anfühlt.»
n
Freie,
unverantwortliche Beziehungen zwischen den Geschlechtern gelten als «neue»
Therapie.
Unsere Gesellschaft und Kultur wurde schon im Mittelalter von
wirtschaftlichen Zusammenhängen geprägt. Mit dem Beginn der industriellen
Revolution wurde dieser Einfluss noch um ein Vieles verstärkt. Menschen wurden aus
den ländlichen Gebieten in neue entstandene wirtschaftliche Ballungszentren
geholt. Dabei wurde die soziale Struktur namentlich der europäischen
Gesellschaft sehr stark verändert. Die ursprünglichen Grossfamilien (Sippen),
der urbanen Landbevölkerung wandelten sich zu Kleinfamilien, die auf engem Raum
zusammengepfercht in den neu dafür konzipierten Mietskasernen nahe der
Industrieorte untergebracht wurden.
Die Zeit der industriellen Revolution, kann als Beispiel dafür dienen, wie
die wirtschaftlichen Gegebenheiten die Struktur unserer Familien in Europa ganz
zentral beinflusst und verändert haben.
In der heutigen Zeit, erleben wir eine erneute wesentliche Herausforderung
an die Familienstruktur, wie sie bis heute bestanden hat. Durch die
Globalisierung der Märkte, die transnationalen Wirtschaftsverflechtungen,
werden Familienbeziehungen enormen Belastungen ausgesetzt.
n Familien werden
durch den Effekt der Globalisierung der Märkte belastet dadurch, dass
Ehepartner sich aufgrund der unterschiedlichsten Arbeitszeiten und – Rhytmen
leicht auseinanderleben. Mit der Computerrevolution, der elektronischen
Kommunikationsmittel und Techniken wird der Mensch mehr und mehr von direkten
Beziehungen entfremdet. Elektronische Kommunikation bewirkte eine Abschwächung
der Beziehungen von Gesicht zu Gesicht zugunsten von Fernsehen, Filmen, Telefon
und Internet. Vorbei ist der Sinn für Nachbarschaft, für Familienzu-
sammenkünfte, für den Zusammengehörigkeitssinn allgemein und den Sinn für «zu
Hause».
n
Viele
Kinder kommen von der Schule und finden keine Eltern zu Hause, weil beide Teile
aufgrund wirtschaftlicher Zwänge arbeiten müssen. So sind Kinder während der
Abwesenheit der Eltern oft den einschlägigen Medien wie Fernsehen, Internet,
sowie auch Computerspielen, ausgesetzt, die oft über Gewalt(Durchschnitt:
200'000 Szenen im Alter von 18 Jahren) und Sex ( Durchschnitt: 100'000 Szenen
im Alter von 18 Jahren) sehr schädigend auf den jungen Menschen einwirken.
n Die moderne Arbeitswelt verlangt von den Mitarbeitern ein
volles Engagement. Als berufstätige Ehefrau und Mutter sich mehr als 10 Stunden
pro Woche um das Kind kümmern zu müssen, bedeutet zuviel Aufwand für so manche
Mutter-Kind Beziehung. Die wirtschaftlichen Sachzwänge erfordern eine Aenderung
in der bisherigen Rolle der Ehefrau und Mutter, die nämlich darin bestand, als
wesentlicher Ruhepol in der Familie, die Kinder zu Hause zu umsorgen. Nebst der
Rolle der Bezugsperson für die Kinder, fällt der modernen Frau und Mutter noch
die Zweitverdienerrolle zu, um den überdimensionierten Haushaltausgaben einer
Familie in der hochzivilisierten westlichen Welt gerecht zu werden.
Der Präsident eines grossen Unternehmerverbandes betonte deshalb kürzlich,
dass «in Anbetracht der enormen wirtschaftlichen Anforderungen, die an die
heutigen Familien gestellt sind, es sich jeder zweimal überlegen sollte, ob es
für Ihn wirtschaftlich tragbar sei, Kinder zu haben». Die wirtschaftlichen
Erwägungen entscheiden demzufolge vorwiegend, ob Kinder zulässig sind oder
nicht!
Soziologie und moderne Psychologie begannen vor etwa 100 Jahren. Die
Menschen hatten die Heilserwartung, dass die Wissenschaften die Gesellschaft
und Welt retten könnten. «Der moderne Gott der Wissenschaft und Technik» wurde
zum Heilsbringer, einer modernen Form von Götzendienst.
Habakuk 2:18-19 - „Was wird denn das Idol helfen, das der Mensch gebildet
hat? Oder das Bild, das Lügen lehrt? Weil derjenige, der sie macht, in seine
eigene Schöpfung vertraut; er macht Idole, die nicht sprechen können. Weh dem,
der zum Holz spricht: Wach auf! Und zum stummen Stein: Steh auf! Siehe, er ist
mit Gold und Silber überzogen und kein Odem ist in ihm“. (Der Computer als
modernes, Gott-gleiches Wundermittel, zur Lösung aller Probleme).
Die schnellen Fortschritte in Biologie, Psychologie und Soziologie haben
das frühere menschliche Gefühl, dass der Mensch eine sehr spezielle und edle
Kreatur und Abbild Gottes ist, stark vermindert.
Versuche von Regierungen, durch Programme dem rapiden Familienzerfall
beizukommen, haben weitgehend fehlgeschlagen. Mit ein Grund für diese
Fehlschläge ist die Tatsache, dass man hauptsächlich aufklärerisch bei den
Jugendlichen angesetzt hat, und mit der sogenannten Sexualerziehung bei den
Zielgruppen genau das gegenteilige Resultat hervorruft. Das unerwartete
Resultat von steigender Jugendsexualität bei Mädchen zwischen 15 - 17 Jahren
lässt sich auf die Programme in den Schulen zurückführen, die mehr anregend auf
eine frühe sexuelle Aktivität wirken.
Zwischen der gesellschaftlichen Sexualerziehung und der Sexualaktivität im
frühen Alter besteht mit grosser Wahrscheinlichkeit ein Zusammenhang. Deborrah
Dawson, die Autorin einer Vielzahl von Sexualerziehungsstudien hat
herausgefunden, das die empfängnisverhütende Erziehung den Beginn von sexuellem
Aktivsein im Alter von 14 Jahren um 50% steigerte.
Gemäss der Zeitschrift „Sexualerziehung“ erhöhten sich die
Jugendschwangerschaften um 50% (zw. 1970 und 1980) und die STD-Rate stieg um
350% zwischen 1965 und 1978.
(Walter Williams, „Die gesegnete Elite und ihre verwunschenen Ideen.“).
Die Ehe, als zentrale Axe jeder Familie, ist die wichtigste Institution,
die unsere Zivilisation zusammenhält.Wenn man von der Institution «Ehe»
spricht, so sollte nicht nur der legalistische Aspekt gesehen werden. Viel
wichtiger ist in diesem Zusammenhang die innere Bedeutung der Ehe, als
herzensmässiges Engagement echter Liebe gegenüber dem Ehepartner, anzusehen..
Dabei hat diese Beziehung der Liebe zwischen Ehepartnern einen exklusiven Charakter, und kann keine
Eingriffe von aussen akzeptieren. In der heutigen Zeit versucht man
allerdings diese Exklusivität zu untergraben, weil man zum einen aufgrund der
inneren Leere in der Beziehung zum Partner, nach Veränderung sucht. Wichtig ist
jedoch, dass viele eheliche Beziehungen sich über die Zeit totlaufen, weshalb
viele Menschen nach einer Veränderung streben, die sie jedoch zu oft auf einer
rein äusserlichen Ebene herbeiführen wollen. (Die eheliche Treue ist
langweilig, der Seitensprung ist «Würze in der Suppe!»). Eine stabile Ehe in
der die beiden Partner Leben, Liebe, Nachkommenschaft und auch ihre ganze Habe
teilen ist in Tat und Wahrheit eine höhere, reichere und erfüllendere
Lebensform als die des individellen Daseins. Eine solch stabile eheliche
Partnerschaft ist der Kern einer guten, stabilen Familie.
Die Familie ist die kleinste Zelle unserer Gesellschaft, eine Art
Mikro-Gesellschaft und sie leidet heute am besonders gefährlichen «Krebs» des
Auseinanderbrechens der partnerschaftlichen Beziehung zwischen Ehemann und
Ehefrau. Die Gefahr dieses gesellschaftlichen «Krebses» wird jedoch noch viel
zu wenig klar gesehen. Nicht nur das, noch schlimmer ist, dass die Symthome
dieses Krebses - uneheliche Geburten, sogenannte «One night stands», Ehebruch,
hohe Scheidungsraten, sexuelle Verwirrungen, Homosexualität usw. – sogar heute
als «alternative Lebensstile» gesehen werden.
Der Familienzerfall ist ein arges gesellschaftliches Übel, das
verschiedenste hochentwickelte Zivilisationen in den verschiedensten Epochen
der menschlichen Geschichte, zu Fall brachte. Geschichtsschreiber bemerken,
dass das alte Rom an den gleichen Problemen, wie wir heute, litt. «In den
ersten 500 Jahren des Römischen Reiches wurde nicht eine einzige Scheidung
registriert. Bis ins Jahr 234 n. Chr.(zur Zeit von Paulus) war die Scheidung
unter den Römern so häufig wie die Heirat. (John T. Bristow, «Was Paulus
wirklich über die Frauen sagte»).
Um 100 v. Chr. entdeckte die römische Aristokratie die «romantische Liebe»
und begann, traditionelle Werte einer regulären, guten Ehe und Elternschaft
gering zu schätzen. Die römischen Aristokraten wurden bekannt durch ihre
Scheidungen, ihre Ehebrüche und ihre Abscheu davor, Kinder zu zeugen.
(Anthony Guerra, «Die Familie im Römischen Reich: Christlicher Einfluss in
die Wiederherstellung der antiken und mittelalterlichen Familie», Seite 5)
Die heutige Gesellschaft ist vergleichbar mit den Tagen des Römischen
Reiches vor dem Zusammenbruch. Der Trend des Unterganges unserer westlichen
Kultur wird immer deutlicher sichtbar. Wir vernachlässigen unsere Kinder,
gefühlsmässig und erzieherisch. Die Ehen sind steigend instabil, wir
akzeptieren mehr und mehr Gewalt, wir verlieren unseren erhaltenden geistigen
Glauben und werden in eine materialistische Lebensphilosophie und
Wettbewerbsfähigkeit gedrängt. Die Alten und Betagten werden ebenso wenig
respektiert. Man sondert sie ab in Heimen, weg von unserem sehr schnellatmigen
Lebensrythmus, wo sie ja doch nur «Hindernisse» und «Komplikationen» zu sein
scheinen. Dieses zunehmende Aufsplittern unseres sozialen Gewebes bringt
vermehrte Vereinsamung und Beziehungsgestörtheit mit sich.
Aufgrund einer Umfrage bei Teenagern und Jugendlichen, die noch im
«Schutzalter» sind wurden folgende Tendenzen festgestellt (in der Schweiz):
1. Die Jugendlichen unter 16 Jahren haben nach wie vor eine grosse
Erwartung in eine zukünftige Ehe und Partnerschaft.
n
95%
der Teenager beabsichtigen, zu heiraten, 80% erwarten einen Partner für das ganze
Leben.
n
80%
denken, dass es zu leicht ist, sich scheiden zu lassen.
n
70%
denken, dass geschiedene Paare nicht alles daran gesetzt haben, ihre Ehe zu
retten.
n
65%
denken, dass sie sich nie scheiden lassen werden.
2. Umfragen bei älteren Jugendlichen (18 – 22 Jahre) ergeben ein
plötzliches Absinken der Erwartung in eine stabile, eheliche Partnerschaft. Die
Gründe, für das mangelnde Vertrauen in die Ehe, waren:
·
Fast
jede zweite Ehe in der Schweiz wird geschieden.
·
Die
Ehe überdauert in der Schweiz im Durchschnitt nur 7 Jahre.
·
86%
jugendlicher Väter (unverheiratet) verlassen ihre Partnerin, nachdem diese ein
Kind zur Welt gebracht hat.
Unsere Jugend wird demnach mit zunehmendem Alter skeptisch gegenüber der
Institution der Ehe. Als einer der unerwarteten Nebeneffekte unserer hohen
Scheidungsrate kann die Tatsache gesehen werden, dass viele unserer jungen
Leute heute, keine Ehen mehr eingehen wollen.
Studien belegen weiter, dass junge Erwachsene die Ehe mehr und mehr als ein
Ideal, das über ihren Möglichkeiten liegt, sehen. Da die wirtschaftliche
Grundlage für die Ehe und Familie für Nicht-Akademiker schwieriger wurde,
werden junge Menschen eher entmutigt, das «Wagnis einer Ehe» auf sich zu
nehmen.. Die Ehe wird zwar immer noch hoch gewertet, die jungen Menschen denken
jedoch nicht, dass eine harmonische Ehe und Familie realistisch zu
verwirklichen ist.
Kinder und Jugendliche sind die hauptsächlichen Opfer des Familienzerfalls.
Die Resultate sozialwissenschaftlicher Forschung sind eindeutig:
Kindern geht es in alleinerziehenden, zerbrochenen Familien weniger gut.
Diese Tatsache kann durch Statistiken untermauert werden. In den Bereichen von
Schule und Ausbildung, wirtschaftlichliche Stabilität, psychische Verfassung
oder auch physische Gesundheit, können bei Kindern «intakter» Familien viel
bessere Zustände festgestellt werden.
Die Familie hat die Funktion, die Ernährung, Erziehung, das Wachstum usw.
in einer harmonischen Weise zu gewährleisten. Fehlt die beschützende Umgebung
der Familie, werden die Kinder der harten Willkür Aussenstehender überlassen.
Die mangelnde menschliche Wärme sowie die oft harten Begegnungen mit der
«Aussenwelt» schaffen oft eine grenzenlose Unsicherheit bei jüngeren Kindern, die
sich später in einem verstärkten Misstrauen gegenüber Mitmenschen ausdrückt.
Auch können Verbitterung und Groll bei Jugendlichen auf solche Mängel in ihrem
Familienhintergrund zurückgeführt werden.
Fehlt elterliche Liebe im Kindesalter so wird bei Kindern ein kaum
wiedergutzumachender Schaden angerichtet. Kinder suchen dann nach Liebe oder
Ersatz dafür in allen möglichen Bereichen:
n Tendenz zu verfrühter sexueller Aktivität bei Teenagern.
n Erhöhter Hang zu Alkohol und Drogenmissbrauch bei
Jugendlichen.
n Verstärkter Hang zur Selbstbestätigung und Dominanz. Dies
äussert sich in einer vermehrten
Agressivität. Gewalt und Kriminalität können daraus resultieren.
n Übersteigertes Verlangen nach materiellen Dingen,
materiellem Wohlstand etc.
Kinder, die das Auseinanderbrechen ihrer Familie miterleben, durchgehen
eine traumatisierende Situation,welche
einschneidende Folgen für sie hat:
1. Scheidung ist
der Hauptgrund für Kindheitsdepressionen.
2. 75% aller
jugendlichen Patienten in Drogenzentren stammen aus zerbrochenen Familien.
3. Alle 78 Sekunden
versucht ein Kind einen Selbstmord, alle 90 Minuten ist ein Versuch
erfolgreich.
4. 63% von
jugendlichen Selbstmördern sind Kinder aus zerbrochenen, monoparentalen
Familien.
5. 70% aller
ungewollten Schwangerschaften sind bei Jugendlichen aus alleinerziehenden
Familien.
6. 75% aller
Jugendlichen in Besserungsanstalten stammen aus zerbrochenen Familien.
Die Bedrohungen für Gesundheit und Wohlergehen der heutigen Jugend sind
nicht primär in Krankheit oder schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen
anzusiedeln. Das Problem ist nicht, wie in der Vergangenheit, Kinderkrankheiten
oder ungesundes Leben in Elendsvierteln. Der allerwichtigste Grund für des Leiden
unserer Jugend heute ist tiefstes, selbstzerstörerisches Verhalten. Die Wurzel
für dieses Verhalten liegt in der eskalierenden Situation der Familien, der
Familien- und Gesellschaftskrise die heute die Jugend besonders hart trifft.
Die Opfer der heutigen Krise in Ehe und Familie sind wie schon erwähnt,
Kinder, Jugendlichen, kurz die Generationen die nachfolgen. Leider gibt es noch
eine sehr direkte Form, wie die Kinder mit der erkrankten Situation unserer
Familien konfrontiert werden : Dies ist die harte Realität des
Kindesmissbrauchs. Durch die rapide Entwicklung der monoparentalen Familien
findet man oft das Phänomen, dass in Familien nach der Scheidung, der/die
Alleinerziehende wieder eine partnerschaftliche Beziehungen eingeht. Oft ist
dieser «Aussenstehende» die Person, die sich an einer/m heranwachsenden
Jugendlichen sexuell vergeht.
Nachgewiesenermassen werden die häufigsten Gewaltverbrechen und sexueller
Missbrauch an Kindern von den Lebensgefährten geschiedener Mütter, oder auch
von Stiefvätern begangen.
Um eine dezente Zivilisation zu erhalten, muss die Gesellschaft dafür
besorgt sein, dass Kinder so erzogen werden, dass sie verantwortliche
Erwachsene werden, befähigt mit der Qualität ihren Lebenszweck in einer
konstruktiven und sich selbst treu bleibenden Weise zu verwirklichen, ohne
damit andere in ihren Rechten zu behindern und zu beschneiden. In der Familie,
aufgrund der erzieherischen Funktion und Rolle der Eltern, kann dieses Ziel, am
ehesten erreicht werden. Wird jedoch das soziale Gewebe unserer Gesellschaft
immer mehr durch das Phänomen der zerfallenden Familien durchlöchert, das
heisst, wird die Rolle und Funktion von Eltern in Bezug auf eine gute
Kindeserziehung und – Betreuung, weniger und weniger gewährleistet, so schaffen
wir damit die Vorraussetzungen für eine verminderte Qualität der Erziehung der
Jugend, die in Bezug auf Ethik, Moral und Wertverständnis zunehmends sich selbst
überlassen ist. Damit verbunden ist dann eine starke Verrohung der
gesellschaftlichen Sitten der Jugend zu beobachten. Auch ist zu sagen, dass die
Jugend von allen Seiten unter viele zerstörerische Einflüsse gerät, weil der
schützende Einfluss der Familie stark abgeschwächt wurde.
Mit anderen Worten ist die Rolle der Eltern als erzieherische Instanz der
jungen Generation, ausgerichtet auf eine umfassendere, gesellschaftliche Ethik
und Moral, absolut unersetzlich. Da in der heutigen westlichen Welt die Rolle
der Eltern als Vorbilder für Kinder untergraben wird, die Familie als
«Brutstätte» einer neuen Generation, weiter zerfällt, gelangt die
vernachlässigte junge Generation mehr und mehr in den Einfluss von
kurzsichtigen, illegalen Lebensweisen und Praktiken und öffnet somit Tür und
Tor für Kriminalität und Dekadenz in unserer Gesellschaft.
Wir haben nicht bemerkt, wie wichtig Familien sind. Für Sozialwissenschafter
sind Familien psychologische wie auch sozio-ökonomische Grund-Einheiten, die
unsere Gesellschaft aufbauen. Sie sind die fundamentalen «Zellen» und die
Grundgrössen jeglicher Gesellschaft. Jedes Individuum stammt aus einer Familie
und verbringt auch die Mehrzeit seines Lebens in einem Familienganzen. Wir
werden in eine Familie geboren, und unser menschlicher Entwicklungsweg von der
Kindheit über die Jugendjahre bis zum Erwachsensein verbringen wir als Teil
einer Familie. Wenn wir als junge Erwachsene aus unserer gewohnten
Familienumgebung in die weitere Gesellschaft hinaustreten, so lösen wir uns nur
sehr kurzfristig aus dieser Familienbindung heraus um wenig später eine neue
Familienbindung mit einem Partner in der Ehe einzugehen und selbst Mitbegründer
eines neuen Familienganzen zu werden. Die Familie als Gemeinschaft von
Individuuen schliesst auch die unmittelbare physische Umgebung mit ein. Die
Arten der Beziehungen von Individuuen untereinander sind ganz unterschiedlich,
wie auch ihre Funktionen und Rollen. Die ganze Vielfalt zwischenmenschlicher
Beziehungsen sowie auch der Beziehungen zur unmittelbaren Umgebung
(Besitztümer, Eigentum)wird in dieser Mikroform der menschlichen Gesellschaft
erlebt. Werden Probleme zwischen Individuuen sichtbar, so wird die Fähigkeit
notwendig, diese Probleme anzugehen und Lösungen auszuarbeiten. Das Ausmass der
Bewältigungsfähigkeit der Beziehungsprobleme mit anderen bestimmt die
Lebensqualität von Individuuen in der Familie, Familien in der Gesellschaft sowie
Gesellschaften im «Global Village».
Die Familie ist demzufolge
ein «training-ground» für unsere Beziehungsfähigkeit, mit anderen.
Im Zuge einer sich wandelnden menschlichen Gesellschaft, sei es durch wirtschaftliche,
soziale, politische, technologische oder ökologische Veränderungen, werden ganz
unterschiedliche Formen von menschlichen Familien oder Lebensgemeinschaften
sichtbar. Dass man da leicht dazu neigt alle Formen einschliessen zu wollen und
«die Familie» in einem alles umfassenden Begriff definieren zu wollen,
erscheint verständlich.
.Wenn
man als Grunddefinition diejenige des «United Nations Committee on Civil and
Political Rights» nimmt, nämlich Familie als «Gruppe von Erwachsenen, die sich
mit der Betreuung und der Erziehung von Kindern beschäftigt», so wird sofort
klar, dass es bessere, d.h. adäquatere Formen, und weniger gute Formen gibt.
Das «adäquater» wäre zu verstehen im Bezug auf die resultierende Qualität
der Umsorgung und Erziehung von Kindern. Hier gibt es sicherlich Unterschiede,
bessere sowie weniger gute Formen. Es ist auch so leicht verständlich, dass in
einer «traditionellen Familie» wo sich leibliche Eltern um die Umsorgung sowie
auch die Erziehung «ihrer» Kinder kümmern, natürlicherweise bessere Resultate
zu erwarten sind. In diesem wäre deshalb besonders wichtig, dass unsere
staatliche Gemeinschaft die Entwicklung von «idealeren» Formen von Familien
propagiert und fördert, und das Entstehen «weniger idealer» Formen nicht zu fördern
oder gar zu hemmen versucht. Wenn die Stärke einer Gesellschaft oder Nation in
der Stärke der Familien zu messen wäre, so müsste ein politisches, soziales wie
auch wirtschaftliches Umfeld geschaffen werden, das das Entstehen solcher
«besserer» Formen von Familien gewährleisten würde.
Wenn man Familie hört, ist man geneigt, Familie mit Haushalt
gleichzusetzen. Dem ist jedoch in der heutigen Zeit nicht mehr so, weil es
durch die zentralen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen, die
die letzten zwei Jahrhunderte mit sich gebracht haben, wesentliche
Veränderungen in der Familienstruktur gegeben hat. Durch Industrialisierung
sowie Urbanisierung wurden mehr und mehr die in der Feudalzeit üblichen Sippen-
Familien oder Grossfamilien in verschiedene Formen von Kleinfamilien
aufgesplittert.
Heute muss man also unter Haushalt und Familien unterscheiden. Unter
Haushalt-gemeinschaft versteht man die Gemeinschaft von Menschen, die «unter
einem Dach leben». Die Familie hingegen ist in der heutigen Zeit nicht mehr nur
auf eine «Gemeinschaft unter dem selben Dach» beschränkt, sondern deren
Mitglieder können sich durchaus an verschiedenen geographischen Orten befinden
und trotzdem «eine Familie» sein. (Z.B. Jugendliche, die ihr Elternhaus
verlassen gehören immer noch zur «Familie». Der in den letzten Jahren so häufig
gewordene Familienzerfall, und dessen Resultat der «monoparentalen Familien»,
hat diese Tendenz in einem vermehrten Mass noch unterstützt, sodass wir heute
eine sehr komplexe Familiensituation haben, wo Familienmitglieder in
verschiedenen Haushalten leben und auch verschiedene Familien im gleichen
Haushalt vertreten sind).
Die entscheidenden Kriterien für Familienzugehörigkeit im Vergleich mit
anderen sozialen Gruppierungen sind vor allem emotionale, soziokulturelle und
gesetzliche Bindungen, aber auch (und besonders wichtig) die tieferen
herzensmässigen wie auch geistigen Bindungen zwischen den Individuen.
·
Bindungen als
Ehepartner.
·
Eltern – Kind-
Bindungen
·
Geschwisterliche
Bindungen
·
Blutsverwandtschaft.
Wenn wir von Familien sprechen, so setzen wir doch in einer Gruppe von
Individuen mindestens eine oder in der Regel mehrere solcher Bindungen und
Beziehungen voraus. Diese Beziehungen sind oft sowohl sozial als auch
biologisch-genetisch zugleich. Im Falle von Pflege- oder Stiefeltern, sind auch
ohne direkte biologisch- genetische Beziehungen, auch familienbedingte Rollen
und Funktionen vorhanden, nämlich in der Erziehung und Umsorgung von Kindern,
die mit der Rolle von biologischen Eltern durchaus gleichgesetzt werden kann.
(Adoption von Kindern!).
Sogenannte «Kernfamilien» können in zwei Gruppen eingeteilt werden:
·
Die
Biologische Kernfamilie
·
Die
soziale Kernfamilie
Unter der biologischen Kernfamilie versteht man die biologische Grundzelle
unserer Gesellschaft , nämlich eine Gemeinschaft eines Kindes, welches von
seiner leiblichen Mutter geboren wurde, mit seinen leibliche Eltern, Vater und
Mutter.
Die soziale Kernfamilie ist die Gemeinschaft zweier Erwachsener,
Ehepartner, die ohne Kinder, ihr Leben zusammenlegen und als Lebensgefährten
teilen.
In der westlichen Zivilisation tendieren wir zu diesen biologischen
Zweigenerationen-Kernfamilien, wo Eltern und im Wachstum begriffene, abhängige
Kinder, in einem gemeinsamen Haushalt zusammenleben. Wenn die volljährigen
Kinder dann ihr «Nest» oder Heim verlassen, so wird das «verlassene Nest»
trotzdem noch als soziale Kernfamilie, betrachtet. Statistiken belegen, dass
diese Formen von Kleinfamilien vor allem in den Ländern und Regionen entstehen,
wo die Lebenserwartung hoch ist. Auch sind diese Formen für urbane Gebiete und
Gesellschaften eher angepasst, weil in diesen Gebieten grössere Flexibilität
sowie auch ein Zusammenleben auf kleinerer Wohnfläche erforderliche
Vorraussetzungen sind. Während in dicht besiedelten Gebieten (Ballungszentren,
Grossstädte) solche Kern- oder Kleinfamilien grössere Vorteile haben, so sind
sie doch zugleich aufgrund ihrer kleinen Mitgliederzahl, sehr sensibel und
verletzlich gegenüber inneren und äusseren Einflüssen.
Durch den heutigen, dramatischen Familienzerfall kommen noch zwei weitere
Formen von Kernfamilien auf, nämlich die «Reorganisierte Familie» sowie die
«Alleinerziehenden- Familie». Obwohl diese beiden Formen in der Häufgikeit
unerhört zugelegt haben, sind dies doch Formen, die im Bezug auf eine Betreuung
und Erziehung von Kindern, klar wenig ideale Voraussetzungen besitzen. Der
frühe Tod eines Elternteils kann zu einer solchen Aufspaltung der Kernfamilie
führen, wie auch eine bewusste Trennung der Eltern und Ehepartner durch eine
Scheidung. Die «reorganisierte Familie» ist eine Kern-Familie wo alleinstehende
Elternteile mit Kindern sich wieder aufgrund einer neuen Lebenspartnerschaft zu
einer Familie zusammenschliessen. In diesem Falle gibt es nicht nur eine neue
«Eltern – Kind-Beziehung» wie «Stiefvater oder Stiefmutter»- Kind-Beziehung,
sondern auch eine «Halbbruder- Halbsschwester- Beziehung». (Sogar auch
Stief-Grosseltern- Stiefgrosskinder). Jede dieser «Reorganisationen» einer
Familie, (manchmal sind es mehrere!) bringen eine grosse Komplexität der
familiären Beziehungen mit sich. Wenn man sich vorstellt, dass ein menschliches
Leben durch seine Erfahrungen im Bereich der nächsten Angehörigen ganz
empfindlich geprägt wird, so wird verständlich, weshalb man in der Tat von «empfehlenswerteren»
wie auch «weniger empfehlenswerten» Formen von Familien sprechen muss. Wenig
ideale Voraussetzungen für eine gute Betreuung und Erziehung von Kindern
besitzt auch die «Alleinerziehenden-Familie» die mehrheitlich auf der
Kombination einer alleinstehenden Mutter mit Kindern beruht. Ob durch Scheidung
oder Tod eines Ehegatten, diese Situation herbeigeführt wurde sei
dahingestellt, wichtig ist jedoch die Tatsache, dass der soziale, wirtschaftliche
und auch emotionale Druck auf dieser Art der Kleinfamilie sehr gross ist. Damit
kann eine solche Form wenig «Nestwärme und Familienrückhalt» für heranwachsende
Kinder vermitteln.
Spricht man von der «erweiterten Familie» meint man eigentlich die
Grossfamilie, in der mindestens zwei «Kernfamilien» zu einer Familie
zusammenschmelzen. Meistens sind es mindestens drei Generationen, die eine
Familieneinheit bilden. Die erweiterte Familie muss nicht sehr gross sein, z.B.
Grosseltern, Eltern, Kinder. Eine solche Mehr-Generationen-Familie ist
besonders in Kulturbereichen anzutreffen, wo grosser Respekt und Achtung
gegenüber alten Menschen gepflegt wird. Diese durch kulturelle und ethische
Zusammenhänge bedingte soziale Struktur, ist oft in den ländlichen, ruralen
Gebieten gang und gebe.
Auch sind solche Familien noch stark in den Ländern der dritten Welt
vertreten, wo nicht nur kulturelle sondern auch wirtschaftliche Verhältnisse
diese Familienstruktur begründen. In Umständen, wo eine Aufteilung von Land und
Eigentum die wirtschaftlichen Möglichkeiten der Familienmitglieder stark
beschneiden würde, ist die erweiterte Familie oder die Grossfamilie, die
Alternative zur Sicherung Existenz. Auch bleibt in diesen Gebieten durch die
zunehmende Urbanisierung sowie die damit verbundene Verknappung der
Behausungsmöglichkeiten, für junge Paare nur die Möglichkeit, in der Behausung
der Eltern zusammen mit ihren Eltern zusammenzuleben.
Grossfamilien in dieser Art, haben oft den Vorteil, von Familienzerfall
weniger stark betroffen zu sein. Durch die gegebene grössere soziale Struktur,
sowie die unterstützende Wirkung von anderen Familienmitgliedern sind auch bei
Beziehungskrisen bei gewissen Zweigen der Grossfamilie immer noch stabile
Verhältnisse vorhanden, die ein Auseinanderfallen von Kernfamilien verhindern
können. Die Grossfamilie hat deshalb für die Betreuung sowie das Aufziehen von
Kindern grosse Vorteile und ist gegenüber äusseren störenden Einwirkungen viel
resistenter.
Diese Tatsache kann als Grund gesehen werden, weshalb die
Gebiete wo Grossfamilien weitverbreitet sind viel weniger an Familienzerfall
sowie gesellschaftlichen Zerfallserscheinungen leiden. In den Gebieten mit
vielen Mehr-Generationen-Familien, ist auch die stärkende Wirkung von älteren
Menschen, der Grosseltern, auf die jungen Familien deutlich spürbar.
Die Lebenserfahrung und Weisheit älterer Menschen ist ein Stabilisator in
einer Gesellschaft in welcher die falsche übermässige Hektik des alltäglichen
Berufslebens den jungen Familien enorm stark zusetzt und sie verunsichert.
Diese Lebenserfahrung wird in unserer Industriegesellschaft oft
geringgeschätzt, weshalb diese Bevölkerungsgruppe ein vom normalen Alltag
isoliertes Dasein fristet und sich nutzlos fühlt
|
Kernfamilie |
Erweiterte
Familie |
Reorganisierte
Familie |
|
Soziale Familie Alleinerziehende
Familie (Monoparental) Adoptiv-Familie |
Vier- oder
Mehrgenerationen- Familie Sippen–Familie |
(Patchwork
Familie) Im Konkubinat
lebend **Freie soziale Gemeinschaft |
* Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften werden vom
Verfasser nicht als Familien eingestuft, da auch in vielen Ländern der
gesetzliche Rahmen dazu fehlt.
** Männer und Frauen, die mit Kindern in einem Haushalt zusammenleben, wie
z.B. gewisse Kinderbetreuungsinstitutionen können auch als erweiterte oder
reorganisierte Familie gesehen werden.
Je nach dem wie man die Familie betrachtet, können ihr sehr viele
verschiedene Funktionen zugeschrieben werden. Es ist die Ansicht des
Verfassers, dass die Haupt-Funktionen der Familie in den Beziehungen zwischen
den Familienmitgliedern liegen oder davon hergeleitet werden können.
l
«Die
Familie ist die wichtigste Schule für unser Leben.» (J. Piaget)
l
Dr.Martin
Luther King Jr. bezeichnete die Familie als die «Schule der Liebe»
l
Papst
Johannes Paul II nannte die Familie die «Schule des Friedens»
l
Bill
Clinton sagte 1996 in seiner Unionsrede: «Unsere erste Herausforderung ist,
unsere Kinder zu lieben und die Familie zu stärken. Familien sind das Fundament
des Lebens. Wenn wir stärkere Familien haben, werden wir eine stärkere Nation
haben.»
Grob gesehen kann man die wichtigsten Funktionen wie folgt sehen:
l
Schaffen
von herzensmässigen, sozialen, und wirtschaftlichen Beziehungen zu einem
Ehepartner
l
Liebes-
und Sexualleben zwischen Ehepartnern sowie Prokreation durch Kinder.
l
Leben,
Liebe, Tradition, Name, und sozialer Status werden an die nächste Generation
weitergegeben.
l
«Nest»
für heranwachsende Kinder. Betreuung von Kindern, aber auch je nach Kultur und
Tradition von Grosseltern, betagten oder auch behinderten Familienmitgliedern.
l
Erziehung
wie auch Sozialisierung (Beziehungsschulung) von Kindern und auch Erwachsenen.
l
Schutz
der Familienmitglieder, vor allem des schwächeren Teils (Frauen, Kinder,
Behinderte, Betagte)
l
Herzensmässige-
, psychische -, wie auch physische Betreuung von Mitgliedern der Familie.
l
Austausch
von Waren, Dingen, aber auch Dienstleistungen.
l
Die
Erfahrungen, die unseren Charakter in fundamentaler Weise formen, machen wir in
der Familie vom ersten Moment unseres Lebens an. Kinder erlernen früh ein
kindliches Vertrauen in- und eine kindliche Verehrung für ihre Eltern,
gefördert durch die aufrichtige Sorge ihrer Eltern um sie.
l
Kinder
lernen harmonische Herzens-Beziehungen zwischen Brüdern und Schwestern durch
das Beispiel der harmonischen Liebe zwischen den Eltern.
l
Kinder
erlernen ein elterliches Herz, indem sie sich um ihre jüngeren Geschwister
kümmern.
l
Kinder
lernen ihren eigenen Wert kennen durch die Liebe, die sie von Eltern und
Geschwistern erhalten.
l
Kinder
lernen den Wert anderer Menschen kennen durch die Beziehungen, die sie im
Kreise der Familie mit andern aufbauen können.
l
Kinder
lernen Respekt für die Dinge und deren Wert kennen, indem sie lernen, wie man
sich um die Dinge im Haushalt zu kümmern hat.
Alles Leben beruht auf Austausch, ein dynamisches Wechselverhältnis
zwischen Einzelwesen, die durch diese Beziehung mit andern Einzelwesen sowie
auch mit dem Ganzen verbunden sind. Durch Miriaden von Wechselbeziehungen ist
alles in diesem Universum untereinander verbunden. Aufgrund dieses
fundamentalen Prinzips ist alles füreinander da, nichts kann für sich allein
existieren. In allgemeiner Form könnte man dies so ausdrücken:
Es gibt immer ein Subjekt,
das ein Objekt zum Zwecke des Austausches sucht. Treffen Subjekt und Objekt
zusammen, ausgerichtet auf den gemeinsamen Zweck, so werden sie zu einer
Einheit durch die wechselseitige Beziehunge des «Gebens und Nehmens.» Das
Resultat dieses Gebens und Nehmens ist im Falle zweier Menschen Freude,
generell jedoch beiderseitiger Gewinn.
Das «Geben und Nehmen» in der Familie beruht auf einem Austausch von Liebe
und resultiert in einem gemeinsamen Gewinn aller, nämlich, Harmonie und Glück und
Freude in der Familie für alle.
Diagramm: «Geben und Nehmen» in der
Familie

Subjekt und Objekt sind nicht wertend zu verstehen sondern bezeichnen
lediglich die Rolle, die der betreffende Teil in der Beziehung spielt. Z.B. Ein
Gespräch: Subjekt spricht; Objekt hört zu. In einem Gespräch (d.h. Einheit)
sind die Positionen oder Rollen nicht starr sondern wechseln dauernd. Mit
andern Worten, aufgrund der Interaktion wechseln die Rollen von «Subjekt» und
«Objekt» ständig.
Diagramm :Vier Positionen und vier Arten der Liebe
in der Familie

Entsprechend der Aussage von Dr. Martin Luther King Junior ist die «Familie
die Schule der Liebe». Diese Aussage kann anhand des obigen Diagramms besonders
gut verstanden werden. Betrachten wir den Lebensweg des Menschen, so wird
ersichtlich, dass der Mensch von Geburt auf, als Kind in der elterlichen Liebe
eingebettet aufwächst, durch das Kindesalter über die Jugendjahre, schliesslich
in den Bereich des Erwachsenseins eintritt. Während dieser Wachstumsperiode
erfährt der Mensch elterliche Liebe (blau),
sowie auch geschwisterliche Liebe (grün). Nach
dem Erreichen der Erwachsenenreife erfährt der Mensch die eheliche Liebe mit
einem Ehepartner zusammen (rot), sowie nach der
Geburt von Kindern die kindliche Verehrung (pink)
die eine Erwiderung der elterlichen Liebe ist, mit der das Kind auf
unterschiedlichen Stufen in einer unterschiedlichen Weise seine Eltern liebt.
Die Eltern – Kind Beziehung ist die fundamentalste menschliche Beziehung, sowohl von der Substanz der
Selbstlosigkeit, als auch von der Kraft der Beziehung her. Diese Beziehung ist
vertikal, das heisst, sie verbindet verschiedene Generationen. Auch ist der
subjektive, gebende Pol klar auf einer Seite (Eltern), während der empfangende,
objektive und erwidernde Pol auf der andern Seite (Kind) anzusiedeln ist. Mit
fortschreitendem Wachstum des Kindes verliert die Beziehung mehr und mehr an
Vertikalität. Der Elternteil setzt eine Erwartung in die Nachkommenschaft, die
je nach Situation dieser Erwartung nachkommt. Eine Eltern-Kind-Beziehung ist
jedoch derart gelagert, dass die elterliche Seite nie aufhören kann, sich um
das Kind zu sorgen. Eltern werden sich immer um ihre Kinder sorgen, auch wenn
diese längst schon ihre Selbständigkeit haben. Es liegt in der elterlichen
Natur den Kindern alles geben zu wollen. Eine Eltern-Kind Beziehung ist
bedingungslos, vergisst sich selbst und sucht ehrlich den Vorteil des Anderen
(Kindes). Es gibt auch nichts, was Eltern ihren Kindern nicht verzeihen können.
Aufgrund der Liebe zu ihren Kindern sind Eltern bereit sogar ihr Leben für das
Wohl ihrer Kinder zu geben.
Die Hauptaufgabe der Eltern, nebst dem Schutz und
der guten Betreuung der Kinder, gilt der Vermittlung von lebenswichtigen
Inhalten, sodass das Kind im späteren Zeitpunkt sein eigenes Leben wirklich
vollends meistern kann. In diesem Bereich ist der «Input» von beiden
Elternteilen wichtig, da beide Aspekte (die männlichen wie auch die
weiblichen), die gleichbedeutend in ihrer Wichtigkeit sind, im späteren Leben
erfahren werden. Dabei sind sicherlich gewisse gesellschaftlich Konventionen,
über die Rollen von Mann und Frau, in Frage zu stellen. Es ist jedoch nicht von
der Hand zu weisen, dass es die Einwirkung von Vater und Mutter zusammen
braucht, um dem Kind ein möglichst optimales Wachstum zu garantieren. Besonders
im inneren, dem geistigen Bereich, sind diese beiden Komponenten äusserst
wichtig.
Eine Vermittlung von gutem Sozialverhalten in der
Gesellschaft, Ehrlichkeit, Moralität, Ethik, Umgänglichkeit mit andern
Menschen, Generosität, usw. sind wichtig Verhaltenswerte, die Eltern an Kinder
weitergeben sollten, als ihr Beitrag zum grösseren gesellschaftlichen Ganzen.
Die Familie hat demzufolge als solches einen Beitrag an die Gesellschaft zu
leisten, nämlich Kinder zu verantwortlichen Bürgerinnen und Bürgern
heranzubilden. Der «Training-Ground» für die Erreichung dieses Ziels ist die
Familie und nicht die Schule. Viele Eltern schieben aufgrund ihrer eigenen
Unfähigkeit sich um ihre Kinder richtig zu kümmern, diese Funktion auf die
öffentlichen Institutionen ab. Es ist aber eindeutig die Aufgabe der Familie,
Kinder ethisch und moralisch auf ein Leben in der weiteren Gesellschaft
vorzubereiten. Die Vermittlung dieser Werte kann jedoch nur dann stattfinden,
wenn die Eltern selbst diese Werte verkörpern und mit dem guten Beispiel
vorangehen.
Die Kind – Eltern Beziehung: Von der Sicht des Kindes, ist die elterliche Liebe das absolut
wichtigste Element in seinem jungen Leben. Niemand scheint stärker und
wissender zu sein als Vater und niemand wärmer und liebevoller als die Mutter.
Das Kind empfängt tagtäglich so viel von seinen Eltern, es ist buchstäblich in
elterliche Liebe eingebettet, und bekommt so die nötigen Elemente um sein
Wachstum zu durchlaufen. Die zwar unbeholfene Erwiderung des Kindes auf
elterliche Liebe ist das kostbarste Erlebnis für Eltern, die dabei nicht
nachzählen, wie viel sie für ihr Kind gegeben haben.
Aus der Beziehung zu seinen Eltern sollte das Kind
viele lebenswichtige Dinge lernen, um im gegebenen Zeitpunkt sein eigenes Leben
meistern zu können. Das gilt sowohl im Bereich der rein äusserlichen Dinge, wie
auch im inneren, geistig ethischen Bereich.
Eltern sollten auch fähig sein, ein Wertverständnis ihren Kindern weiter zu
geben. Ethik und innere Werte sind die «Traditionen», die eine «gute» Familie
über Generationen hinweg weitergeben und pflegen sollte. Zu diesen Traditionen
gehören auch ein ethisches und moralisches Verhalten in der Gesellschaft,
Verantwortlichkeit und Pflichtbewusstsein, Ehrlichkeit und Redlichkeit, Respekt
im Umgang mit anderen Menschen usw.
Diese Komponente der gesellschaftlichen Ethik und
Verantwortung ist heutzutage in den Familien der westlichen Welt weitgehend
fehlend, während sie in den höher entwickelten «Familienkulturen» des Ostens
(Korea, Japan, China) ein wesentlicher Bestandteil der Kindererziehung in den
Familien bildet.
Die geschwisterliche Beziehung ist nebst der Beziehung zu den Eltern, eine Beziehung,
die der Mensch von ganz klein auf erfährt, durch die Geschwister, die in der
eigenen Familie vorhanden sind. Im Vergleich zur Eltern-Kind Beziehung ist die
geschwisterliche Beziehung eher «horizontal» d.h. nicht Generationen
verbindend, sondern bewegt sich auf der gleichen Ebene, in der gleichen
Generation. Die vertikale Liebe der Eltern, teilt sich auf einer horizontalen
Ebene unter Geschwistern. Die Position der Eltern ist für das Kind nur sehr
schwierig verständlich, da es grosse Unterschiede in Lebenserfahrung, Alter
usw. gibt. Aus diesem Grunde ist es sehr kostbar, wenn Kinder Geschwister
haben, die ihnen altersmässig nahe sind, und die sie verstehen können. Durch
die horizontale Beziehung mit Geschwistern ist es leichter möglich ähnliche
Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Im Wechselspiel von
«vertikaler» elterlicher Liebe und «horizontaler» geschwisterlicher Liebe ist
es mögliche, dass Kinder zu «abgerundeten» Persönlichkeiten heranwachsen, die
sich in einem gesellschaftlichen Ganzen gut einfügen können.
Die geschwisterliche Beziehung lehrt dem Individuum, die Fähigkeit mit
andern zu teilen, zusammenzuarbeiten, auf andere in einer ähnlichen Situation
einzugehen und sich in das Sozialleben mit andern Menschen, an der Arbeit, in
der Gesellschaft usw. einfügen zu können.
Bei Familien mit Einzelkindern ist es oft festzustellen, dass aufgrund
fehlender geschwisterlicher Beziehungen, das Kind dauernd die elterliche Liebe
und Zuneigung monopolisieren kann, und deshalb in einem späteren Erwachsensein,
dieses gleiche Monopol in Bezug auf Aufmerksamkeit und Zuneigung zu suchen
trachtet. Die geschwisterliche Herzensbeziehung und Liebe ist somit eine
absolut notwendige Grunderfahrung, die jeder einzelne in seinem Leben machen
sollte.
Bruder – Schwester Beziehung: Eine wichtige Form der
geschwisterlichen Herzensbeziehungen ist die Bruder – Schwester Beziehung. Im
über Jahrtausende währenden Kampf der Geschlechter (vor allem in der Beziehung
zwischen Mann und Frau als Ehe- oder Sexualpartner) wird deutlich, dass eine
wesentliche Voraussetzung für eine gute Beziehung zwischen Ehepartnern oder den
Geschlechtern untereinander allgemein, die harmonische Bruder – Schwester
Beziehung in der Familie ist. In der echt «partnerschaftlichen Familie» können
Eltern die je nach gesellschaftlichen Konventionen herrschenden
Wertunterschiede zwischen den Geschlechtern harmonisierend ausgleichen. Dies
würde mit sich bringen, dass schon auf der Stufe der Bruder-Schwester
Beziehungen, diese bislang herrschenden Wertvorurteile aufgehoben werden
könnten. Gleichzeitig können auch im Kreise der Familie die heranwachsenden
Kinder in einer natürlichen Weise Respekt und Achtung gegenüber dem anderen Geschlecht
erlernen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine harmonische
Partnerschaft und Ehe. Die Bruder Schwester – Beziehung ist demzufolge eine
direkte Vorbereitung für eine spätere eheliche Partnerschaft.
Die partnerschaftliche Beziehung in der Ehe zwischen Mann und Frau ist der
Grundstein unserer Gesellschaft und Zivilisation. Die im ersten Teil erwähnte
Krise der Familie in der heutigen Gesellschaft und Welt, ist natürlich auf eine
Krise in dieser fundamentalen «Sozialen Familie» oder der Ehe zurückzuführen.
Die eheliche Beziehung zwischen Mann und Frau ist erstens ein gegenseitiges
Engagement, welches zwei individuelle Menschenleben (mit allem was anhängt) mit
einander verknüpft. «Aus zwei Lebenswegen werden einer, aus zwei Herzen wird
eines, aus zwei Schicksalen werden ein gemeinsames Schicksal.»
In einem tieferen Verständnis der Partnerschaft in der Ehe, wird auch
ersichtlich, dass diese Verknüpfung zweier Menschenleben sich nicht nur auf die
Gegenwart beschränkt, sondern ein Zusammentreffen von Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft beinhaltet.
Dies bedeutet, dass wir als von unseren Vorfahren geprägte Individuuen,
unsere Koffer (im geistigen Sinne) voller Präkonditionen mit uns tragen, was
unsere Vergangenheit betrifft. (Z.B. Eine Heirat zwischen Vertretern zweier
früher verfeindeter Rassen, Völker oder religiösen Gruppierungen).
Zum andern wird eine eheliche Partnerschaft das Leben der Partner
wesentlich dahin verändern, als sie sich durch ihre Nachkommen in eine völlig
unbekannte Zukunft bewegen, wo ungeahnte neue Faktoren auf sie zu kommen. Diese
Faktoren werden ihr gemeinsames Leben bestimmen. Das einzelne Individuum kann
sich nur mehr schwer von dieser Realität loslösen.
Die eheliche Herzensbeziehung beinhaltet eine «exklusive» Liebesbeziehung
zwischen zwei Ehepartnern, Mann und Frau. Liebe ist eine Kraft zur Vereinigung.
Vereinigung zwischen zwei Ehepartnern bedeutet wie erwähnt nicht nur das
Zusammenkommen zweier Körper. Eine weitere Dimension ist das Einswerden zweier
menschlichen Herzen oder Gemüter. Noch weiter bedeutet es das Zusammenkommen
zweier Blutslinien, zweier Familientraditionen, vielleicht zweier Rassen,
Kulturen, usw. Durch Nachkommen nimmt diese Vereinigung substantielle Gestalt an.
Die Liebe zwischen Ehepartnern ist zugleich Spender neuen Lebens. Kinder
bringen die gegenwartsbezogene Liebe der Ehepartner für einander, auf die Ebene
der zukunftsorientierten elterlichen Liebe für Nachkommen.
Die eheliche Beziehung ist eine sehr komplexe Herzensbeziehung, die den
Menschen in seinem Leben unvergleichlich stark beinflusst. Das leichtfertig
eingegangene Eheversprechen kann sich zu einer schlimmen Überraschung wenden,
wenn der einzelne die auf ihn hereinstürzende Verantwortung nicht zu tragen
fähig ist. Deshalb sollten eheliche Beziehungen nicht leichtfertig eingegangen
werden. Es ist in unserer heutigen westlichen Gesellschaft durchaus akzeptabel
Sex mit dem andern Geschlecht zu haben ohne eine eheliche Bindung einzugehen.
Dies ist eine Reduktion der überaus reichen Beziehung zwischen Mann und
Frau auf eine blosse Befriedigung individueller, physischer Bedürfnisse.
Menschen die eine solche Lebensweise praktizieren finden kurzzeitliche
Befriedigung darin, gehen aber an den wirklich kostbaren Inhalten des Lebens
vorbei. Als Beispiel mag die historische Figur des «Casanovas» gelten, der
unermüdliche Verführer schöner Frauen, der im Alter jämmerlich vereinsamt, und
verlassen stirbt!
In unserer westlichen Kultur und Welt
erwartet (siehe Seite 15) unsere Jugend zwar noch viel von der Institution der
Ehe. Diese Erwartung sinkt jedoch mit zunehmendem Alter sehr schnell ab. Die
Ursache dafür liegt in den schwierigen Erfahrungen, die die Jugend mit Sex ohne
eheliche Bindung zu machen scheint. Sex ohne Bindung bedeutet eigentlich, Sex
ohne wahre Liebe. Die Jugend lernt von den heutigen Eltern, dass «Affairen»
durchaus in Ordnung sind. Dass aber eben durch eine solche verfälschte
Erfahrung erster sexueller Liebe die wesentlichen «positiven» Erfahrungen nicht
gemacht werden, aber an deren Stelle «negative», enttäuschende Erlebnisse sich
tief in die Gemüter der jungen Menschen eingraphieren, gilt als eine erwiesene
Tatsache.
Möchte man die heutige Jugend mehr vor schädlichen Einflüssen schützen, so
wäre es durchaus angebracht, auf die Gefahren einer verfrühten sexuellen
Aktivität aufmerksam zu machen.
Wiederum wäre es die Sache der Eltern, die Jugend
vor diesen Gefahren einer verfrühten sexuellen Beziehung zu warnen. Hier stösst
man jedoch auf die gegenteiligen Tendenzen in den öffentlichen Institutionen
und Schulen, die einer solchen präventiven, aufklärenden Aktivität der Eltern
vollends entgegenwirken. Die sogenannten Sexualaufklärungsprogramme beinhalten
zum Teil fatale Fehler, die anstatt wirklich über gewisse Gefahren aufzuklären,
die Jugend zur «Selbsterfahrung» animieren.(Siehe S. 13)
Als Alternative zu unserer permissiven
Gesellschaft können die Fernöstlichen Kulturen gesehen werden, die in Bezug auf
Familienstruktur «weniger avantgardistisch» oder nihilistisch reagieren und die
Gefahr der sozialen Unordnung, des gesellschaftlichen Chaos, nach unserem
westlichen Beispiel, nicht einfach ignorieren. In diesen Ländern ist jedoch die
gesellschaftliche Struktur noch so, da meistens in Grossfamilien zusammengelebt
wird, dass ein derartiges Ausmass an Familienzerfall oder sexueller Aktivität
Jugendlicher, wie bei uns nicht aufkommen kann.
Die Rolle der Eltern als Ratgeber in diesen Fragen
oder sogar als Vermittler eines Ehepartners für ihre Kinder ist durchaus noch
intakt Es gehört in gewissen Kulturen zur Tradition, dass Ehen der Kinder durch
die eigenen Eltern vermittelt werden. Das muss kein Problem darstellen, wenn
die Ehepartner aus freien Stücken dieses «Matchmaking» akzeptieren. Von der
Wichtigkeit der Entscheidung betreffend eines Ehepartners gesehen, ist es
vielleicht sogar von Vorteil den Ratschlag eines älteren Menschen mit grösserer
Lebenserfahrung in Betracht zu ziehen.
Abschliessend ist zu diesem Thema noch zu sagen, dass
wie auch immer die Ehen zustande kommen, es braucht über Jahre hinweg ein
ernstes Bemühen beider Ehepartner, ihre Beziehung zu unterhalten und
weiterzuentwickeln sodass eine warme gut harmonierende Ehe und Familie bestehen
bleibt.
Die Familie ist eine Schule der Sitten und des Benehmens. Eltern versuchen
ganz natürlich, ihren Kindern moralische, ehtische Normen beizubringen. Keine
Eltern wollen, dass ihre Kinder gewalttätig, selbstsüchtig, unehrlich sind.
Eltern sind andererseits stolz, wenn ihre Kinder andere respektieren und den
Respekt anderer verdienen.
Die Charakterbildung vollzieht sich in der Familie; Charakter und Norm
werden in der Familie überliefert.
Gute wie schlechte Charaktereigenschaften werden durch die Familie von
Generation zu Generation weitergegeben. Das Grad der Integrität und das
Beispiel der Eltern sind in der Regel der Massstab für die Familienethik, die
unsere Gesellschaft prägt. Der gesetzliche Rahmen dieser Gesellschaft wird
beinflusst durch die Lebensweise, die in den Familien praktiziert wird. Die
Familien bestimmen deshalb weitgehend die Normen unserer Kultur und
Gesellschaft.
Die Werte , die in einer Familie eine zentrale Rolle spielen, (z.B.
elterliche Liebe, geschwisterliche Liebe, kindliche Loyalität, eheliche Treue)
sind universelle Werte, die ganz unabhängig von Rasse, Kultur, Nationalität,
Allgemeingültigkeit besitzen. Diese Werte wurden nicht geschaffen, sondern sind
wie geistige Lebensprinzipien und Normen.Sie sind die moralische Fiber und die
Grundlage der Gesellschaft.
Die Gesellschaft ist aus Familien von Bürgern zusammengesetzt, welche die
Qualität der Beziehungen, die sie in ihren Familien erlernt haben, in einem
weiteren sozialen Umfeld praktizieren. Soziale Beziehungen folgen dem Muster
der Beziehungen in den Familien:
|
Familie |
Gesellschaft |
|
Bruder – Schwester |
Arbeitskollege -
Arbeitskollegin |
|
Bruder – Bruder |
Arbeitskollege -
Arbeitskollege Freund - Freund |
|
Schwester –
Schwester |
Arbeitskollegin –
Arbeitskollegin Freundin -
Freundin |
|
Eltern – Kinder |
Präsident – Volk Betriebsleiter –
Angestellter Professor –
Student |
|
Kinder - Eltern |
Geschäftsmann –
Kunde Junge Menschen –
Alte Menschen Sekretärin –
Direktor Angestellter –
Personalchefin Künstler -
Publikum |
|
*Ehemann - Ehefrau |
(Nur
Familienbeziehung; keine öffentliche Funktion!) |
*Viele Probleme entstehen,
wenn im öffentlichen, gesellschaftlichen Leben die Mann - Frau Beziehungen
nicht als Bruder – Schwester Beziehungen gesehen werden.
Die Beziehungen im gesellschaftlichen Alltag sind eine Wiederspiegelung der
Beziehungen in den Familien. Deshalb muss die Familie als Schule der
Beziehungsfähigkeit, der Liebe, der Ethik und Moral sowie des Friedens als
Institution funktionieren können, da sonst die Zivilisation und Kultur sehr
rapide zu Grunde gehen. In der Familie können ein sich Einfügen in eine
natürlich hierarchische Beziehung in einer natürlichen Weise erlernt werden.
Ebenso können echte Partnerschaft, Zusammenarbeit, Teamgeist in den eigenen
vier Wänden auf die direkteste Weise praktiziert werden. Weiter sind
Verantwortung, Arbeitsteilung, Initiative sowie Gewissenhaftigkeit ebenfalls am
Besten in der Mikrogesellschaft der Familie lernbar.
Dass viele Leute die «traditonelle Familie» heute über Bord werfen wollen,
ist eine Zeiterscheinung, man will sich allen «althergebrachten» Dingen
entledigen, ohne jedoch eine klare Alternative zu haben. Deshalb ist die Frage
nicht nach einer neuen Familienstruktur zu suchen, sondern die bestehende Familienstruktur
nicht nur von der Form her sondern vom Inhalt her neu zu beleben. Solide, echte
Familienbeziehungen, ernst gemeinte Liebe und nicht blosse Lippenbekenntnisse
oder zeitgebundene romantische Affären sollten in unserem Leben die Regel
werden.
Aber wir alle sind damit einverstanden, dass wir oftmals nicht genug Zeit
dafür aufwenden, gute Familienbeziehungen aufzubauen und zu unterhalten.
So folgern wir abschliessend:
«Die Familie ist die wichtigste menschliche Organisation, die alleine den
Bedürfnissen ihrer Mitglieder entspricht. Sie ist eine freie und generöse
Institution die ihre Mitglieder durch das ganze Leben hindurch begleitet.»
Deshalb ist sie die Grundlage für gemeinsame Werte und Verständnis unter
den Menschen weltweit. Deshalb ist sie auch die Grundlage des Friedens.
Das Motto des Jahres der Familie in 1994 (IYF, UNO –Motto für das Jahr) war
«Die Schaffung der kleinsten Demokratie im Herzen unserer Gesellschaft». Damit
wird bestätigt, dass unsere demokratische Gesellschaft auf den gemeinsamen
Werten aufbaut, die in der Familie erlernt werden. Diese Werte, Ideen und
Lebensformen der Demokratie müssen in der Familie gelehrt, erlernt und verwirklicht
werden, damit auch überlebensfähige Demokratien in unserer Gesellschaft und
Welt verwirklicht werden können. Wenn Kinder in «demokratischen»
Familienstrukturen aufwachsen, kann auch eine Hoffnung bestehen, dass sie eines
Tages zu verantwortlichen Erwachsenen werden können, die mithelfen werden
demokratische Strukturen und Grundlagen in ihrer Gesellschaft und Nation zu
erschaffen. Diese für uns Westeuropäer «normale» Realität der Demokratie, ist
jedoch in der Mehrzahl der knapp 200 Nationen weltweit keine
Selbverständlichkeit.
Im Vergleich zu den während der Feudalzeit auch in Europa herrschenden
strikt hierarchischen Verhältnissen der Feudalgesellschaft, sind die heutigen
auf «Dominanz» beruhenden männlich partriarchalischen Familien in Europa eher
am Zurückgehen. Ebenso wie die Feudal – Gesellschaft durch die Demokratie
abgelöst wurde, so wurden auch die Familienstrukturen eher richtung
partnerschaftliche Familien verändert. Die «partnerschaftliche Familie» ist in
krassem Kontrast mit der «Dominator» Familie. In den meisten Ländern der
dritten Welt, in Afrika, Teilen Südamerikas, Südostasiens, der Arabischen Welt
hingegen, ist diese auf Dominanz beruhende Familienstruktur noch sehr fest
verankert. Eine der Nebenerscheinung dieser Familienstruktur ist Gewalt in den
Familien, gegenüber Frauen und Kindern, Kindermissbrauch, usw. Die auf der
starken Dominanz der Eltern beruhende, Familienstruktur bringt problematische
Beziehungsverhältnisse mit sich; oft sind die Beziehungen nicht ehrlich oder
herzlich, sondern eher pflichtbezogen.
|
Dominante
Familien |
Partnerschaftliche
Familien |
|
Kompetitive
Strukturen |
Ko-operative
Strukturen |
|
·
Missbrauch
von Macht ·
Keine
gleichen Rechte ·
Familiengeheimnisse ·
Unbewegliche
und belastende Verhaltensregeln ·
Steifes
Rollenverständnis der beiden Geschlechter ·
Kein
Arbeitsteilung im Haushalt ·
Keine
gemeinsamen Familienaktivitäten ·
Wirtschaftliche
Last einseitig getragen ·
Kein
Respekt für persönliche Privatsphere ·
Gewinn-
oder verlier – Konfliktbewältigung ·
Keine
geteilte Entscheidungsgewalt ·
Kein
gemeinsames «Parenting» ·
Gefühle
sind unbedeutend ·
Disziplinierung
durch Gewalt und Blossstellen ·
Keine
Fehler werden eingestanden ·
Keine
Entschuldigungen ·
Probleme
andern zuschieben ·
Verschlossenheit
gegenüber Aussenstehenden ·
Loyalität
in der Familie als Pflicht ·
Widerstand
gegen Veränderung ·
Keine
Einheit in der Familie ·
Kein
Schutz vor phys.od. psych. Missbrauch ·
Konflikte
werden verschwiegen ·
Wenig oder
gar keine Freude in der Familie ·
Kinder sind
nicht geplant und auch nicht erwünscht. |
·
Angepasster
Gebrauch von Macht ·
Gleiche
Rechte ·
Offene
Kommunikation, keine Geheimnisse ·
Flexible
Verhaltensregeln ·
Bewegliches
Rollenverständnis der beiden Geschlechter ·
Arbeitsteilung
im Haushalt zw. Partnern ·
Geplante
Familienaktivitäten ·
Wirtschaftliche
Last geteilt ·
Respekt
für persönliche Privatsphere ·
Gewinner –
Konfliktbewältigung ·
Geteilte
Entscheidungsgewalt ·
Gemeinsames
«Parenting» ·
Alle
Gefühle sind akzeptiert ·
Disziplin
aufgrund von Respekt und Vertrauen ·
Fehler
werden eingestanden ·
Entschuldigungen
werden gemacht, wenn nötig ·
Probleme
selbst verantwortlich angehen ·
Offenheit
gegenüber Aussenstehenden ·
Loyalität
in der Familie aufgrund von Vertrauen ·
Offenheit
für Veränderung ·
Kohesive
Familieneinheit ·
Mitglieder
fühlen sich sicher, beschützt ·
Konflikte
werden sofort gelöst ·
Familie
ist eine Quelle der Freude und Hoffnung ·
Kinder
sind geplant und auch vollends erwünscht. |
.
Der bekannte Redner Stephen Covey, nennt sie «wahre
Nordprinzipien». Es sind universelle Gesetze die das menschliche Verhalten
bestimmen. Einige Beispiele: «Gib und du wirst erhalten; Du erntest was Du
sähst.»
Gemäss Covey sind solche Prinzipien «nicht durch uns oder
die Gesellschaft entwickelt worden, sondern vielmehr Gesetze des Universums,
die menschliche Beziehungen und Organisationen betreffen».
Diese Prinzipien sind in das Gefüge jeder zivilisierten
Gesellschaft eingewoben und sind die Wurzeln jeder Familie und menschlichen
Institution die überdauert und sich durchgesetzt hat.(Covey, Prinzipiengerechte
Führung, Ste. 18)
Die Beziehungen in der Familie werden grundsätzlich durch
natürliche und geistige Gesetze bestimmt und nicht durch blosse
gesellschaftliche Konventionen. Deshalb liegen ihre Wurzeln in der menschlichen
Logik und Vernunft, Ethik und Sittlichkeit begründet. Aus diesem Grunde kommen
soziale und politische Bemühungen alleine, dem heutigen Familienzerfall nicht
bei.
Jeder einzelne Mensch wurde aus der Liebe
seiner Eltern (der Liebe zwischen Vater und Mutter) heraus gezeugt und in diese
Welt gebracht. Auch diejenigen die dieses universale Gesetz in Frage stellen
sind in derselben Weise zur Welt gekommen. Ob wir diese Tatsache als
allgemeingültiges Prinzip erkennen oder nicht – Fakten sind Fakten.
Es ist ein sinnvolles Prinzip, dass Mann
und Frau, nach dem Erreichen der Reife, eine eheliche Beziehung eingehen und
damit den Zweck für seinen Partner zu leben erfüllen. Der Mann wurde geboren
und existiert für sein Gegenüber, seine Anima, die Frau. Die Frau wurde geboren
und existiert für ihr Gegenüber, ihr Mann. Nicht nur bringt diese Beziehung für
beide höchste Freude und höchstes Glück, durch die Verwirklichung einer
partnerschaftlichen Liebesbeziehung, sondern gleichzeitig schaffen beide durch
ihre Einheit neues Leben.
Der Wunsch eine Ehe und Familie zu
gründen, ist demzufolge ein universaler Zweck, den der Mensch seinem Wesen
entsprechend in seinem Leben verwirklichen sollte. Sein ganzes Wesen drückt
diese ursprüngliche Zweckbestimmung aus, von den äusseren wie auch den inneren
Wesensmerkmalen her betrachtet.
Durch das Ignorieren seiner eigentlichen
Zweckbestimmung entfremdet er sich mehr und mehr von seiner eigentlichen Natur.
Der sich entfremdete Mensch findet weder Erfüllung in seinem Dasein, noch ein
rationales Verständnis seiner eigenen Situation. Aus Frustration und
Enttäuschung heraus werden Ersatzbefriedigungen zu willkommenen Stützen für
nicht ausgelebtes wahres Leben, die Gefahren von Sucht, Konsumwut,
Agressivität, werden sehr gross. Die heutige Jugend drückt diese innere
Frustration sowie die zusammenhängenden gefährlichen Tendenzen besonders stark
aus.
Genauso wie die Vereinten Nationen zum
«Jahr der Familie» (1994) die Familie als kleinste Zelle der Demokratie und als
Schule für demokratisches Verhalten zwecks Verwicklichung einer demokratischen
Gesellschaft und Welt, deklariert hat, so müsste man die Familie, in der echte
und aufrichtige Liebesbeziehungen praktiziert werden, als eine Zelle für die
Genesung einer an Selbstsucht krankenden Gesellschaft und Welt sehen.
Ohne liebende Familien – keine friedliche Gesellschaft
und Welt!
Viele junge Frauen, die unverantwortliche sexuelle
Beziehungen eingehen, tun dies, weil Ihnen in ihrer Kindheit wenig Zärtlichkeit
von seiten der Eltern, namentlich des Vaters, zugekommen ist. Eltern, die wenig
Zuneigung und Zärtlichkeit ihren Kindern geben, schaffen damit eine Grundlage
für einen übersteigerten und verfrühten Hang zur Sexualität in ihren Söhnen und
Töchtern. Damit sind Eltern sehr stark angehalten ihre Gefühle der Liebe und
Zuneigung ihren Kindern, auch bis in das Erwachsenenalter hin, auszudrücken.
Der heranwachsende Mensch braucht Wärme und Zuneigung als Wertschätzung und
Bestätigung.
(Chuck Swindoll, Vater: Männliches Modell der Führung -
Portland, Oregon Multinomali Press, 1990) (True Family Values, Seite 176)
Durch sexuell verantwortliches Verhalten werden
potentiell sehr gefährliche soziale Probleme, wie AIDS, Abtreibungen und
ungewollte Teenage-Elternschaften, am effektivsten entschärft.
Verheiratete Paare haben eine um 80 - 85% grössere
Treuerate als Paare im Konkubinat lebend. Weiter haben verheiratete Pare 50 -
70% weniger Vorkommnis von Gewalt in der Partnerschaftsbeziehung, ja in Bezug
auf schwere Gewelttätigkeit sogar 80% weniger Vorkommnis als "freie"
Partnerschaften.(Stanton). David Blackenhorn sagt, dass der passende Ausdruck
nicht die "Ehefrau zu schlagen" sondern eher die "Freundin zu
schlagen" ist.
Verheiratete Paare erfahren eine bessere geistige und
körperliche Gesundheit und leben länger als Ledige und Junggesellen. Sie tragen
in der Regel besser Sorge zur eigenen geistigen und körperlichen Verfassung.
Auch leiden sie in der Privatsphäre unter weniger Stress, weshalb die Neigung
zu Herzversagen geringer ist.
Verheiratete Paare haben ein erfüllenderes Liebesleben,
als Ledige und Junggesellen! Dies wird durch eine "Redbook -Magazin"
- Umfrage bei 100000 Frauen bestätigt. Doppelt soviele verheiratete Frauen wie
ledige, erklärten sich als erfüllt in ihrem Liebesleben.
Gute
Familien bringen verantwortliche Bürger hervor, die Recht und Gesetz
respektieren.
(siehe 5.4: Gute Partnerschaftliche
Familien erhalten unsere Demokratie durch gute Bürger.
Ein
gesundes Familienleben vermindert die Tendenz zum Drogen- und
Alkoholmissbrauch.
Geschiedene und getrennt lebende Männer machen rund 70%
der Alkoholiker aus, während der Anteil an verheirateten Männern nur 15%
beträgt.(Stanton)
Genetische oder erblich bedingte Ursachen sind nur zu 30%
massgebend für das Ausbrechen von Geisteskrankheiten, was bedeutet, dass zu 70%
Geisteskrankheiten durch das äussere Umfeld zum Ausbruch gebracht werden.
Schizophrenie ist 5 mal höher bei ledigen als bei verheirateten Männern. Der Selbstmord
kommt bei verheirateten Paaren im Vergleich zu den anderen Sozialgruppen ganz
klar am wenigsten vor. (Stanton)
Wir suchen heute ein Familienmodell, das den
Herausforderungen des modernen Lebens gerecht werden kann.
Wir wollen die Vorzüge des modernen Zeitalters im Bezug
auf die Lebensqualität nicht herunterspielen. Sie sind offensichtlich:
Erleichterte Kommunikation durch moderne Transport- und Kommunikationsmittel,
gute Lebensqualität durch hochentwickelte Infrastrukturl, usw...
Portable Telefone, Internet und E-mail, sind grosse
Erleichterungen in der Kommunikation, jedoch geben sie nicht automatisch eine
Garantie für harmonische, menschliche Beziehungen und Familien. Wenn der
äussere Fortschritt nicht der Schaffung von guten, harmonischen Familien dient,
wird er wertlos oder gar schädlich.
Wir brauchen somit ein echtes Modell für die heutige
Familie, etwas was nicht nur gut klingt, sondern praktisch in der modernen
Gesellschaft verwirklichbar ist und unserer heutigen gesellschaftlichen Realität
Rechnung trägt.
Die Methode zur Verwirklichung dieses Modells sehen wir
in einer neuen, familiengerechten Ethik, die wir als "Wahre
Familienwerte" oder "Wahre Familienethik" bezeichnen.
Als Schlüsselpunkte dieser Werte sehen wir:
1) Eine Wahre Familie trägt eines Universalen
Zweckes für die menschliche Familie Rechnung.
2) Sie widmet sich einem Weg der geistigen
Reifung und des Wachstums.
3) Sie erfreut sich daran, einer grösseren
Gemeinschaft (der Gesellschaft) zu dienen.
Wahre Ehen und Familien können dann entstehen, wenn die
Partner den idealen Standard wahrer Liebe in Ihrer Ehe und Familie
verwirklichen können.
Wichtige religiöse Führer der heutigen Zeit haben einen
bedeutenden Teil ihres Lebens damit zugebracht, einen Weg der Verwirklichung
der Ideale wahrer Liebe, wahrer Ehen und wahrer Familien zu finden.
Es ist wichtig, für unsere Ehen und Familien, in Einklang
mit den geistigen Gesetzen zu leben. Die Einheit mit der Quelle wahrer Liebe
befähigt uns, damit in den Bereich "Wahrer Liebe" gelangen.
Sicherlich ist dies die ideale Ausgangslage für eine Eheschliessung,
gewissermassen ein
Einverständnis Gottes miteinzubeziehen. Auf der anderen
Seite ist ein Neubeginn auch in einer bereits bestehenden Ehe möglich, wenn wir
bereit sind, unser Eheversprechen nach dem Standard der Wahren Liebe, zu
erneuern. Eine solche Erneuerung des Eheversprechens kommt einer wirklichen
Neuschliessung der Ehe sehr nahe.